Inhaltsverzeichnis
Nachrichten aus der MGVN
Seite 4
Gostenhofs militärische Vergangenheit
Michael Kaiser, Seite 9
Fliegeralarm
Manfred Würsching, Seite 21
Die Arbeitsgruppe Militärhistorische Grabungen
Fred Berger, Seite 26
Kambodscha mon amour
Michael Kaiser, Seite 28
Wer war Henry de Tourenne
Manfred Schrempf, Seite 34
Das kurbayerische Regiment zu Fuß „Graf Tattenbach“ bei der Verteidigung Barcelonas im Jahre 1697
Manfred Schrempf, Seite 36
Veranstaltungsprogramm 2009/2010
Seite 38
Vorwort
Liebe Mitglieder und Freunde unseres Verbandes,
meine Kameraden!
Lange hat es gedauert, bis dieser neue Melder herausgegeben werden konnte. Aber nun ist er da und bietet einen interessanten Inhalt mit Beiträgen zur Militär- und Stadtgeschichte bis hin zu Aktivitäten unseres Verbandes, einschließlich des aktuellen Veranstaltungsprogramms.
Lassen Sie mich wie immer zu Beginn unseres Melders einen Blick auf aktuelle Entwicklungen und Vorgänge werfen. In der Presse der letzten Monate war das Garnisonmuseum gut vertreten. So brachte die NZ einen großen Artikel über militärische Zeichen und Orden und im Rahmen der Berichte über das Jahrhunderthochwasser 1909 eine Abhandlung über den Kreuzer Nürnberg, der auf einer zeitgenössischen Postkartenmontage (im Besitz des Museums) über den Nürnberger Hauptmarkt dampft. Im Nürnberger Anzeiger war das Museum Teil der SommerBilderRätsel und die NN holte sich fachliche Beratung bei uns im Rahmen einer Reportage über militärische Grabungen und Fundstücke aus der Zeit des 2. Weltkrieges, die AZ wies in ihren Freizeittipps mit Bild und Kurzartikel auf das Garnisonmuseum hin. So weit, so gut.
Trotzdem ist man über die Ungleichbehandlung und Bevorzugung anderer Institutionen doch immer wieder erstaunt und das hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, daß wir Kollegen die Berichterstattung neiden. Ein Beispiel: Vor kurzem war im Nürnberger Anzeiger zu lesen, dass das Friedensmuseum in Nürnberg im vergangenen Jahr die stolze Zahl von etwas über 400 Besuchern hatte, die Ausstellung wurde ausführlich besprochen und kurz darauf gab´s als Zuckerl noch einen Artikel über dort tätige Friedensaktivisten dazu.
Naja, dagegen können wir mit der fast zehnfachen Gästezahl in unseren Türmen und einer fast tausendköpfigen Besucherschar zu den Sonderveranstaltungen wie Tag des offenen Denkmals, Stadtverführungen und so weiter natürlich nicht glänzen.
Aber beim größten Blatt der Nürnberger Zeitungslandschaft, den NN, geht schon noch ein bißchen mehr. So wurde am 20. Juli 2009 über den Lorenzer Kommentargottesdienst berichtet, der sich diesmal mit der Stiftung und erstmaligen Verleihung des Ehrenkreuzes der Bundeswehr für Tapferkeit beschäftigte. Mutig, wie die einschlägig bekannten Veranstalter nun mal sind, haben sie nur halbherzig versucht einen Befürworter als Teilnehmer am Gottesdienst zu bekommen. Das, und die Tatsache einer wiederholt vorkommenden Schlamperei bei der Recherche zu einem anderen Artikel, habe ich zum Anlaß für folgenden Leserbrief an die NN genommen:
„Ich weiß ja nun nicht, wie man sich seitens der Veranstalter des Lorenzer Kommentargottesdienstes um einen Beitrag von Soldaten zu den neuen Tapferkeitsauszeichnungen bemüht hat, sehr intensiv kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Zwar erwähnt Herr Heilig-Achnek, dass Pfarrer Grabenstein "versuchte einen Befürworter zu gewinnen, aber alle Versuche seien gescheitert." Ich denke, tatsächlich man wollte lieber unter sich bleiben. Denn ansonsten hätte man sich ja mit einer anderen Meinung auseinandersetzen müssen. Anstatt dessen hat man sich in den einschlägigen Kreisen lieber wieder selbst bestätigt.
Die Herren Ziegler, Schramm und Grabenstein konnten sich´s so in althergebrachter Denkweise der "Friedensbewegten", die den Alleinherrschaftsanspruch auf dieses Thema seit Jahrzehnten pflegen ohne die völlig veränderte Situation auf dieser unserer Erde zur Kenntnis zu nehmen, gemütlich machen.
Dementsprechend ist auch die im Artikel zitierte Gutmenschenrhetorik. Es wäre ein Leichtes gewesen, eine andere Sicht auf die Dinge einfließen zu lassen. Nicht nur, daß ich selbst als Verbindungsstabsoffizier der Bundeswehr zumindest einigen der Genannten bekannt bin, auch über die Reservistenkameradschaften oder andere Organisationen hätte sicher ein Militär gewonnen werden können, wenn die Bundeswehr schon keinen offiziellen Vertreter gestellt hat. Weder bei meinen Kameraden noch bei mir gab es entsprechende Anfragen der Veranstalter.
Schade, denn so wurde - wieder einmal - eine faire Diskussion nicht geführt. Wie auch immer steht fest: Den Veranstaltern gebührt keine Tapferkeitsauszeichnung!
Zum zweiten Artikel ist zu sagen, daß von einer Zeitung wie der NN wenigstens die richtigen Begrifflichkeiten verwendet werden sollten. Herr Schmieg soll mir doch bitte erklären, wie eine Armee, die de facto 1933, tatsächlich dann 1935 endete, im Jahr 1939 einen Einmarsch in Polen durchführen konnte. Die Reichswehr der Weimarer Republik wurde 1933 in die Wehrmacht umgewandelt, 1935 geschah dies im Rahmen der Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht auch formell, nachdem sich der neue Begriff bereits seit Machtübernahme der Nationalsozialisten mehr und mehr in den Verlautbarungen fand.“
Nun brachte die NN eine Korrektur des Sachfehlers ohne weiteren Hinweis - man will ja zeigen, dass man augenscheinlich selbst drauf gekommen ist - und der Teil zum Kommentargottesdienst fiel unter den Tisch. Auf Nachfrage erweist sich, dass die Leserbriefredaktion ihren Kunden wenig intellektuelle Fähigkeiten zutraut. Herr Rach, Leiter des Bereiches Leserkontakte der NN, schreibt:
„Dass ein anderer Brief den Vorzug bekam hat zwei Gründe: Zum einen war er bei Weitem nicht so lang wie Ihrer, zum anderen bezog sich Ihre Zuschrift auf zwei unterschiedliche Artikel und Sachverhalte. Solche Briefe versteht der Alltags-Leser nicht.“
Denken Sie sich, liebe Melder-Leser Ihren eigenen Teil dazu und hoffentlich sind Sie keine Alltags-Leser im Sinne der NN!
Bleiben Sie an unserer Seite!
Ihr und Euer
Michael Kaiser, Major d.R.
1.Vorsitzender